Über Elektroakupunktur (EAP)

Allgemeines

Die Elektroakupuktur nach Voll (EAV) ist ein bisher nicht von der Schulmedizin anerkanntes Diagnoseverfahren. Eine andere Bezeichnung hierfür ist "Biologische Funktionsdiagnostik" (Abkürzung: BFD). Die EAV verbindet alte Erkenntnisse der klassischen Akupunktur mit der elektrischen Widerstandsmessung am Akupunkturpunkt. Forschungen auf diesem Gebiet führte Dr. Voll schon vor mehr als 50 Jahren durch. Ihm ist es zu verdanken, dass bis heute mehr als siebenhundert Akupunkturpunkte bekannt sind, welche eine direkte Zuordnung zu den Organen haben. Punktsuche und Punktmessung erfolgen dabei mit einem speziellen Messgriffel und einer speziellen der Anatomie der Akupunkturpunkte angepassten Punktelektrode. Damit ist es möglich, durch Messen des elektrischen Widerstandes des Akupunkturpunktes auf der Hautoberfläche und einer speziellen Tafel, welche die Zuordnung der Punkte zu den Organen angibt, eine Diagnose zu stellen. Unter Normalbedingungen zeigt ein lineares Messwerk einen Zeigerausschlag von ca. 50 von maximal 100 Teilstrichen an. Deutlich darüber liegende Werte, z. B. Werte um 80 Teilstriche (hoher Leitwert bzw. niedriger elektrischer Widerstand), werden entzündlichen Prozessen zugeordnet. Zeigerstände unter 50 Teilstrichen (z. B. 20 Teilstriche, also hoher Widerstand) deuten auf degenerativ-chronische Prozesse. Dabei zeigen besonders geringe Werte funktionelle Organentgleisungen an.

Die Elektroakupunktur ermöglicht es, komplexe Störungen zu erkennen. Des weiteren bekommt man Einblicke in gestörte Regulationsvorgänge des Organismus. Therapeuten wenden dieses Verfahren zur Erkennung von Störfeldern, umweltbedingten Krankheiten und Allergien, zur Diagnostik einzelner Organe oder Organfunktionen, für den Medikamententest, für Reizstromtherapie am Akupunkturpunkt oder als Reizstromtherapie einzelner Körpersegmente an.

Zeigerabfall als Diagnosemittel

Ändert sich bei der Messung der Zeigerstand kontinuierlich nach unten (großer elektrischer Widerstand), so spricht man von einem Zeigerabfall. Umgekehrt kann es in bestimmten Situationen auch zu einem Anstieg kommen. Für den Therapeuten können dies wichtige Kriterien und diagnostische Hinweise sein.

Der Medikamententest

Dieses Verfahren geht ebenfalls auf die Beobachtungen von Voll zurück. Gibt man einem Patienten ein Medikament, das für die Therapie in Frage kommen würde, in die Hand, so normalisiert sich nach weiterer Punktmessung der Messwert am vorher gemessenen Akupunkturpunkt. Daraus kann man Rückschlüsse ziehen, auf welches Medikament ein Patient sensibel reagiert. Heute benützt man dazu eine am EAP-Gerät angeschlossene Testwabe bzw. einen sog. Medikamenten-Gruppen-Abtaster zur groben Vorselektion einzelner Medikamente. 

Therapie

Die Reizstromtherapie (TENS = Transkutane elektrische Nervenstimulation) ist ein physiologisches Verfahren zur Stimulation der Akupunkturpunkte. Hierbei wird eine elektrische Wechselspannung angelegt, bei der nach Bedarf Stromform (Kurvenform), Intensität und Therapiefrequenz variiert werden. Diese Stimulation bewirkt in erster Linie einen therapeutischen Effekt an den zugeordneten Organen, ermöglicht aber auch eine diagnostische Aussage über regulative Vorgänge. Denn ändert sich nach erfolgter Stimulation der Messwert bei einer darauf erfolgenden Messung deutlich, so zeigt dies das Regelverhalten des Organismus oder des entsprechenden Organs an. (Man könnte sagen, es findet eine Art Biofeedback statt.)

Wirksamkeit

Grundlagenforschungen sowie Doppelblindstudien zeigen die Wirksamkeit durch objektiv reproduzierbare und nachvollziehbare Untersuchungen auf.
Vgl.:
  • R. van Wijk, Homoeopathic medicines in closed phials tested by changes in the conductivity of the skin: a critical evaluation. Blind testing and partical elucidation of the mechanism (1992)
    Diese Untersuchung an der Universität Utrecht stellt den umfassendsten Ansatz dar, die Medikamententestung der EAV wissenschaftlich zu bestätigen.
  • Hier bei www.naturmednet.de (externer Link) wird eine Anzahl weiterer Studien zitiert.


Empfohlene Literatur:

  • Dr. med. H. Leonhardt, Grundlagen der Elektroakupunktur nach Voll. Ein Leitfaden zur Einführung in die Elektroakupunktur. (5. Auflage) ML-Verlag 1998.
  • Dr. med. Reinhold Voll, Topographische Lage der Meßpunkte der Elektroakupunktur nach Voll (EAV). Bildband 1 bis 3, 1986..1994 (ML Verlag)
  • Dr. med. Reinhold Voll, Supplementband zum vierbändigen Werk Band 1..4: Topographische Lage der Meßpunkte der Elektroakupunktur, 1978 (ML Verlag)
  • Dr. med. Reinhold Voll, Die Meßpunkte der Elektroakupunktur nach Voll (EAV) an Händen und Füßen, 1995 (ML-Verlag)
  • Dr. med. Reinhold Voll (Hrsg), Neue Forschungsergebnisse der Elektroakupunktur nach Voll. 30 Jahre Elektroakupunktur nach Voll (EAV) und Medikamententestung (MT), Jubiläumskongreßbericht 1986 der Internationalen Medizinischen Gesellschaft für Elektroakupunktur nach Voll (ML- Verlag 1987)
  • Dr. med. Reinhold Voll, Topographische Lage der Meßpunkte der Elektroakupunktur. Bildband I und II, sowie Bild-und Textband III
Link zum ML-Verlag (externer Link)
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